Mindestgefälle Kanal: Tabelle nach Nennweite (DN) in ‰

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Mindestgefälle Kanal: Tabelle nach Nennweite (DN) in ‰

Kurz gesagt

Nach der 1/DN-Faustregel beträgt das Mindestgefälle in Promille etwa 1000 geteilt durch DN in Millimeter: DN200 rund 5 Promille (1:200), DN300 rund 3,3 Promille (1:300), DN500 rund 2 Promille (1:500). Das ist nur ein Startwert zur Vordimensionierung — prüffähig ist der Schleppspannungsnachweis nach DWA-A 110, verbindlich bleiben DIN EN 1610 und die Vorgaben des Netzbetreibers.

Hinweis: Die folgende Tabelle ist eine Faustregel zur Vordimensionierung, kein Nachweis. Verbindliche Werte ergeben sich aus dem hydraulischen Nachweis und der jeweils gültigen Ausgabe des Regelwerks (DIN EN 1610, DWA-A 110, DWA-A 118) sowie den Vorgaben des Netzbetreibers.

Sie brauchen schnell eine Hausnummer für das Mindestgefälle einer Haltung? Die verbreitete 1/DN-Regel liefert pro Nennweite einen Startwert. Die Tabelle unten rechnet sie für die gängigen Durchmesser aus — in ‰, als Verhältnis und als cm pro 100 m — und sagt anschließend, wann die Faustregel nicht genügt.

Mindestgefälle je DN (1/DN-Faustregel)

DN (mm)Verhältnis 1:DNMindestgefälle (‰)≈ cm / 100 m
1001:10010100
1251:125880
1501:1506,767
2001:200550
2501:250440
3001:3003,333
4001:4002,525
5001:500220
6001:6001,717

Rechenweg: Mindestgefälle in ‰ ≈ 1000 ÷ DN (in mm). DN200 → 1000 ÷ 200 = 5 ‰, also 1:200 oder 50 cm Höhenunterschied je 100 m.

Wann die Faustregel reicht — und wann nicht

Die 1/DN-Regel ist eine Plausibilitätskontrolle und ein Startwert, kein prüffähiger Nachweis. Maßgebend ist die Selbstreinigung: Die Strömung muss schnell genug sein, um Feststoffe zu transportieren statt sie ablagern zu lassen.

  • Prüffähig ist in der deutschen Praxis der Schleppspannungsnachweis nach DWA-A 110 (Mindestschleppspannung in der Größenordnung ~1,0–1,5 Pa für häusliches Schmutzwasser — gegen die gültige Ausgabe prüfen), bzw. eine Mindestfließgeschwindigkeit beim maßgebenden Abfluss. Bei größeren oder kritischen Haltungen erwartet der Prüfer diesen Nachweis, nicht die Faustregel.
  • Höchstgefälle: Ein hartes Maximum gibt es selten, aber oberhalb von ~3–5 m/s werden Abrasion und Lufteintrag zum Thema. Statt eine Haltung durchgehend steil zu führen, ist ein Absturz im Schacht oft sauberer.
  • Anschlussleitungen (Hausanschluss) liegen meist eigenständig bei rund 0,5–1 % (5–10 ‰) — nicht mit dem öffentlichen Kanal verwechseln.

Je flacher die Haltung, desto empfindlicher reagiert sie auf Bautoleranzen: wenige Zentimeter Sohlfehler über eine lange Haltung heben ein geringes Planungsgefälle auf.

Die Logik hinter diesen Werten — Schleppspannung, Selbstreinigung, Mindest- und Höchstgefälle — vertieft der Beitrag Mindestgefälle für Freispiegelkanäle.

Was das für den Längsschnitt bedeutet

Das gewählte Gefälle ist nur die halbe Arbeit; die andere Hälfte ist die korrekte Darstellung. Im Längsschnitt muss je Haltung das Kanalgefälle konsistent mit der Länge stehen, die Sohlhöhe an jedem Schacht aufgelöst sein und die Überdeckung über die ganze Trasse geprüft werden. Wie daraus ein sauberer, abgabefähiger DXF entsteht, zeigt Altivo Schritt für Schritt.

Häufige Fragen

Wie viel Mindestgefälle bei DN200? Nach der 1/DN-Faustregel rund 5 ‰, also 1:200 oder 50 Zentimeter Höhenunterschied je 100 Meter. Das ist ein Startwert zur Vordimensionierung — prüffähig ist der Schleppspannungsnachweis nach DWA-A 110, verbindlich bleiben DIN EN 1610 und die Vorgaben des Netzbetreibers.

Wie berechnet man das Mindestgefälle nach DN? Mindestgefälle in ‰ ist etwa 1000 geteilt durch die Nennweite in Millimeter. DN200 ergibt 1000 durch 200 gleich 5 ‰, DN300 rund 3,3 ‰, DN500 rund 2 ‰. Das entspricht dem Verhältnis 1 zu DN.

Welches Gefälle hat eine Anschlussleitung? Anschlussleitungen wie der Hausanschluss liegen meist eigenständig bei rund 0,5 bis 1 % (5 bis 10 ‰). Sie sind nicht mit dem öffentlichen Kanal zu verwechseln, für den die 1/DN-Regel und der Schleppspannungsnachweis gelten.

Wann reicht die 1/DN-Faustregel nicht? Bei größeren oder kritischen Haltungen erwartet der Prüfer den Schleppspannungsnachweis nach DWA-A 110 oder eine Mindestfließgeschwindigkeit beim maßgebenden Abfluss, nicht die Faustregel. Je flacher die Haltung, desto empfindlicher reagiert sie zudem auf Bautoleranzen.

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