Längsschnitt einer Fernwärmeleitung — vorgedämmte Rohre im Profil

Kurz gesagt
Der Längsschnitt einer Fernwärmeleitung führt ein vorgedämmtes Kunststoffmantelrohr mit zwei Durchmessern (Medium und Mantel); die Überdeckung wird bis zum Mantelscheitel gemessen, nicht bis zum Mediumrohr, orientierend 0,6 bis 0,8 Meter, maßgebend ist der Statiknachweis nach AGFW FW 401 und EN 13941. Hinzu kommen Dehnpolster, Festpunkte und ein dokumentiertes Leckerkennungssystem (Impuls- oder Widerstandsverfahren) über die gesamte Trasse.
Ein Fernwärme-Längsschnitt folgt anderen Regeln als der einer Wasser- oder Abwasserleitung. Verlegt wird ein vorgedämmtes Verbundmantelrohr (KMR) — Stahlmediumrohr, PUR-Dämmung und PE-Außenmantel in einem. Das bringt drei Dinge ins Profil, die es bei einer blanken Rohrleitung nicht gibt: zwei Durchmesser (Medium und Mantel), die Überdeckung bis zum Mantelscheitel und die Leckerkennung als dokumentiertes System. Unten der Weg von den Koordinaten zur abgabefertigen DXF — Auslegung nach EN 13941 und AGFW FW 401.

Was den Fernwärme-Längsschnitt besonders macht
- Zwei Durchmesser. Maßgebend für die Lage im Erdreich ist nicht das Mediumrohr, sondern der PE-Mantel — die Überdeckung wird bis zum Mantelscheitel gemessen, nicht bis zum Rohrscheitel. Das Kunststoffmantelrohr wird im Profil mit Medium- und Manteldurchmesser geführt.
- Wärmedehnung. Das System wird fest (im Verbund) verlegt; die Längsdehnung wird an Richtungsänderungen über Dehnpolster, gegebenenfalls Festpunkte und Kompensatoren aufgenommen. Diese Punkte gehören in den Lageplan und das Profil.
- Leckerkennung. Im Mantel liegen Überwachungsadern — als Impulsverfahren (nordisch) oder Widerstandsverfahren (Brandes). Das System wird im Längsschnitt dokumentiert, damit die Trasse durchgängig überwacht ist.
- Zweirohrsystem. Fernwärme ist meist zweirohrig (Vor- und Rücklauf); im Profil führt man in der Regel die Vorlaufleitung, der Rücklauf liegt parallel.
Was der Längsschnitt enthalten muss
Checkliste für die Abstimmung (Netzbetreiber, EN 13941 / AGFW FW 401):
- die Trasse mit Stationierung sowie Bestands- und Planungshöhen des Geländes,
- die Rohrachse und die Überdeckung bis zum Mantelscheitel, über die gesamte Länge kontrolliert,
- Medium- und Manteldurchmesser je Abschnitt und das Material (vorgedämmter Stahl),
- Dehnpolster, Festpunkte, Kompensatoren an den maßgebenden Stellen,
- das Leckerkennungssystem (Impuls oder Widerstand),
- Kreuzungen mit Fremdleitungen mit Kreuzungshöhe, Schutzrohre und Düker,
- den Anschlusspunkt / die Hausübergabestation am Ende der Trasse.
Schritt für Schritt in Altivo
1. Punkte mit Stationierung. Fügen Sie die Koordinaten der Knoten direkt aus einer Tabelle oder einer CAD-Tabelle ein und stellen Sie die Netzart auf Fernwärme. Der Längsschnitt rechnet dann gegen die Rohrachse, und das Material ist als vorgedämmter Stahl vorbelegt.
2. Fernwärme-Konfiguration. In den Netzeinstellungen legen Sie den Standard-Mantel-Ø (mm) und die Leckage-Überwachung fest — Keine, Impuls (nordisch) oder Widerstand (Brandes). Damit kennt das Profil neben dem Medium- auch den Manteldurchmesser und führt die Überwachung mit.
3. Geländehöhen und Überdeckung. Tragen Sie die Geländehöhen an den Knoten ein und setzen Sie die Tiefe so, dass die Überdeckung bis zum Mantelscheitel ausreicht — orientierend 0,6–0,8 m, maßgebend ist der Statiknachweis nach AGFW FW 401 unter der jeweiligen Verkehrslast. Die Überdeckung wird über die ganze Trasse geprüft, Sie sehen sofort, wo der Mantel zu hoch liegt. Mehr zur Höhenkote im Profil.
4. Objekte und Kreuzungen. Aus der Objektbibliothek setzen Sie Armaturen und den Anschlusspunkt. Kollisionen mit Fremdleitungen markieren Sie als Kreuzungen — Altivo rechnet die Kreuzungstiefe und zeichnet sie ins Profil. Unter Straßen und an Kreuzungen setzen Sie ein Schutzrohr.
5. Profiltabelle, DXF und IFC. Sie konfigurieren die Zeilen, die der Prüfer erwartet (Geländehöhe, Rohrachse, Überdeckung, Stationierung, Durchmesser). Der DXF-Export liefert eine Datei mit Doppelmaßstab, sauberen benannten Layern und editierbarem MText. Wer das Netz in die BIM-Koordination bringen will, exportiert zusätzlich ein georeferenziertes IFC-Modell.

Häufige Fragen
Bis wohin wird die Überdeckung gemessen? Bei vorgedämmten Leitungen bis zum Mantelscheitel, nicht bis zum Mediumrohr. Altivo misst die Überdeckung bei der Netzart Fernwärme automatisch bis zum Mantel.
Welche Überdeckung ist üblich? Orientierend 0,6–0,8 m; maßgebend ist der Statiknachweis nach AGFW FW 401 / EN 13941 unter der vorhandenen Verkehrslast. Anders als bei Trinkwasser ist nicht die frostfreie Tiefe der treibende Wert — die Leitung führt warmes Medium.
Ein- oder zweirohrig im Profil? In der Regel führt man die Vorlaufleitung; der Rücklauf liegt parallel mit ähnlichen Werten. Die Druckverlustberechnung in Altivo bezieht sich auf den Vorlauf.
Wie wird die Leckerkennung dargestellt? Als Eigenschaft des Netzes (Impuls oder Widerstand), damit dokumentiert ist, dass die gesamte Trasse überwacht wird.
Was Sie gewinnen
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Siehe auch: Kreuzungen und Objekte im Längsschnitt, Stationierung und Höhen im Längsschnitt, Was ist IFC — Leitungsnetze nach BIM exportieren.
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